Aktive Tierliebe

Kinder lieben Tiere und haben oft vom Herzen her einen natürlichen Zugang zu ihnen

Gleich dreimal in der Woche wird die Interessengemeinschaft »Heimat für Tiere« angeboten. Mit einem unserer VW-Busse werden die Mädchen und Jungen am Nachmittag auf den etwa 15 Kilometer entfernten Gnadenhof gefahren. Hier leben über 220 Tiere! Da gibt es viel zu sehen und zu erleben - und auch tüchtig mitanzupacken! Die Kinder und Jugendlichen dürfen die Pferde, Esel und Ziegen striegeln und mit ihnen spazieren gehen, auch die Hunde und Katzen lieben es natürlich, gebürstet zu werden oder wenn jemand mit ihnen spielt. Natürlich gehört das Ausmisten der Ställe auch dazu. Anschließend ist eine Pause am Teich gerade recht: hier tummeln sich Enten und Gänse in malerischer Umgebung. Ein besonderes Erlebnis ist ein Besuch bei den Füchsen Felia, Odino und Nelly - oder auch bei den Lamas und Alpakas oder den mächtigen Urrindern. Jedes Tier hat hier seine Geschichte - und oft ist diese sehr traurig gewesen. Doch Dank der Hilfe von Tierfreunden konnte so manches Tier gerettet werden und hat nun auf dem Gnadenhof »Heimat für Tiere« ein neues Zuhause gefunden. Hier wird es in einer möglichst artgerechten Umgebung mit viel Liebe und Zuwendung gesund gepflegt und muss keine Angst vor dem Schlächter haben.

Ferien auf dem Gnadenhof

Im Sommer freuten sich wieder 12 Kinder, eine Ferienwoche auf dem Gnadenhof »Heimat für Tiere« zu verbringen. Hier ist ihr Bericht:

»Morgens, gleich nach dem Frühstück, gingen jeweils zwei Kinder mit zum Füttern: in der Futterküche wurden gelbe Rüben, Äpfel, Getreidemischungen usw. vorbereitet. Dann durften wir mit einem Wägelchen die Tierpfleger beim Füttern begleiten. Bis alle Pferde, Gänse, Kaninchen, Kühe, Katzen, Schafe, Ziegen, Wildschweine und die drei Füchse zu Essen bekommen hatten, waren wir zwei bis drei Stunden unterwegs!
Währenddessen mistete eine andere Gruppe den großen Offenstall der Pferde aus, brachte frisches Stroh und füllte die Raufen mit duftendem Heu. Das machte Spaß und ging flott! Die dritte Gruppe bereitete zusammen mit den Betreuern das Mittagessen zu: mit selbstgeernteten Kartoffeln und Salaten. Und zum Nachtisch gab es Pflaumenkuchen mit selbst vom Baum geschüttelten Pflaumen. Nachdem alle gegessen hatten und die Küche aufgeräumt war, ging es in den nahegelegenen Wald zum Hütten bauen oder an einen Badesee zum Schwimmen.
Gegen Abend zogen wir noch einmal los, um Futterrüben aus dem Boden zu ziehen: Mit dem Traktor ging es zum Feld. Da wurde man ganz schön durchgeschüttelt! Zwei Kinder durften sogar vorne auf dem Traktor sitzen! Jeden Tag gingen wir auch mit den Hunden spazieren - oder mit den Pferden und Eseln, die vorher kräftig gestriegelt wurden. Ein Höhepunkt war das große Lagerfeuer am vorletzten Abend: mit Stockbrot, Kartoffeln und vegetarischen Würstchen. Anschließend übernachteten wir im Heu, genau über dem Stall der Pferde und Esel!
In dieser Ferienwoche konnten wir die Tiere kennen lernen, mit ihren Freundschaft schließen und bei den Arbeiten auf dem Hof tüchtig mittun. Wir konnten der Schildkröte Kassiopeia helfen, die eingeklemmt war und sich nicht selbst befreien konnte. Wir haben zugesehen, wie sich die Schwalben für den Flug in den Süden bereit machten. Wir haben auch mitgeholfen, ein Lama wieder einzufangen, das ausgebüxt war. Zwei Kinder haben in der Werkstatt einen tollen Futteranhänger gebaut.
Als das älteste der Schafe in der dritten Nacht im Sterben lag, waren alle besonders leise und sehr traurig. Die Tierpfleger erklärten uns, dass alle Tiere auf dem Gnadenhof eines natürlichen Todes sterben dürfen und dass die Tiere spüren, wann ihre Zeit gekommen ist und sich vor dem Tod nicht fürchten. Angst haben die Tiere nur vor einem gewaltsamen Tod, vor dem Schlächter oder vor dem Jäger. Das können wir gut verstehen. Und so mancher überlegt, ob er nicht Tierpfleger auf dem Gnadenhof werden will...«

Begegnung mit einem Pfau Erika

Informationen zu diesem Gnadenhof unter: