Privatschule LERN MIT MIR - „Eltern helfen Eltern“
Wenn die Kinder und Jugendlichen stundenlang vorm Fernseher hängen oder vor lauter Computerspielen nicht mehr aus dem Zimmer kommen wollen, denkt so manche Mutter und so mancher Vater sicher: „Hilfe, mein Kind im Medienfieber!“ Genau zu diesem Thema hatte die Elternvertretung der Privatschule LERN MIT MIR am 28. Januar interessierte Eltern zu einem gemeinsamen Austausch unter dem Motto „Eltern helfen Eltern“ in die Schule eingeladen.
Zum Einstieg gab Schulleiter Christopher Preuß zunächst anhand von Graphiken und Ergebnissen wissenschaftlicher Forschungen einen allgemeinen Überblick über die Folgen intensiven Medienkonsums bei Kindern und Jugendlichen. Nach Einschätzung des Neurobiologen Prof. Gerald Hüther ist Fernsehen für Kinder „gestohlene Körperlernzeit“, denn Fernsehen geht auf Kosten der für die Entwicklung so wichtigen körperlichen Bewegungen. Im Durchschnitt verbringen Kinder und Jugendliche zweieinhalb Stunden täglich vor dem Fernseher und weitere zweieinhalb Stunden vor dem Computer. In dieser Zeit fährt der Körper seine Funktionen sogar noch stärker herunter, als es beim bloßen Ausruhen auf dem Sofa der Fall wäre. Bewegung ist jeodch nicht nur für die Körperkoordination wichtig, sondern auch für die Entwicklung des Gehirns. So weiß man mittlerweile, dass Grundschüler, die gut balancieren können, auch gut in Mathe sind. Zeichnungen von Vorschulkindern, die täglich nur eine Stunde fernsehen, sind weitaus detailgetreuer und zeugen von einem höheren Entwicklungsstand, als Zeichnungen von Kindern, die täglich drei Stunden vor dem Fernseher sitzen. Eine Langzeitstudie beweist sogar den Zusammenhang zwischen Bildung und Medienkonsum: Wer als Kind wenig Medien konsumierte, erreichte als Erwachsener eher den Zugang zu höherer Bildung.
Nach dem informativen Vortrag kamen die Eltern miteinander ins Gespräch. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie kann ich mein Kind zu einem vernünftigen und altersangemessenen Medienkonsum anleiten? Die Eltern gaben sich gegenseitig hilfreiche Tipps und tauschten sich über ihre Erfahrungen aus. Wichtig sei vor allem, dass der Medienkonsum der Kinder begleitet werde, dass die Eltern mit ihren Kindern gemeinsam Sendungen anschauen und anschließend darüber sprechen. Auch die gemeinsame Wochenplanung sei wichtig. Alle Eltern waren sich einig, dass einseitige Verbote nicht die Lösung sind. Viel wichtiger wäre es, dass die Kinder und Jugendliche interessante Alternativen vor allem im sportlichen, kreativen oder musikalischen Bereich finden, in denen sie zu einer Gemeinschaft dazugehören und das Gefühl bekommen: „Ich kann etwas leisten!“ Um den Kindern zu helfen, ein gesundes Freizeitverhalten zu entwicklen, bietet die Privatschule LERN MIT MIR am Nachmittag bis 17 Uhr ein Angebot von über 30 Interessengemeinschaften und Neigungsgruppen, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre Talente und Fähigkeiten entdecken und entfalten können: von Schwimmen, Basketball oder Tischtennis über Töpfern, Theaterspielen und Instrumentalunterricht bis zu Abenteuern in der Natur und Kurse im natürlichen Umgang mit Pferden ist für jeden etwas dabei. Viele Eltern berichteten, dass ihre Kinder die in der Schule angeregten Interessen inzwischen auch in Sportvereinen weiterführen, zu Hause ein Instrument spielen oder am Wochenende im Pferdestall sind. So bleibe für Fernsehen und Computer gar nicht mehr so viel Zeit. - Der Abend klang gesellig bei Keksen und Früchtepunsch aus.