In der Region unserer Schule gibt es viele Biotope, weil der Spessart wegen seiner kargen Böden ein wenig landwirtschaftlich genutztes Gebiet darstellt und so das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands ist. Deshalb können unsere Kinder und Jugendlichen von der 1. bis zur 10. Klasse durch das Erkunden der verschiedenen Lebensräume Tiere und Pflanzen in ihrer heimischen Umgebung kennen, pflegen und schätzen lernen.
Die Grundschüler erkundeten den Lebensraum Hecke und erkannten seinen Nutzen für Pflanzen, Tiere und den Menschen und die von ihm bewirtschafteten Felder. Bei ihren Ausflügen und ihren „Forscheraufgaben“ wurden sie auch von einigen Achtklässlern unterstützt. Eine weitere Grundschulgruppe beschäftigte sich mit dem Thema Biber. Da die Kinder sehr beeindruckt von diesem am Wasser lebenden Säugetier waren, stellten sie bei Exkusionen dazu viele interessante Fragen und kehrten begeistert zur Schule zurück. Die Mädchen und Jungen erlebten das Ansiedelungsprojekt von Bibern im Spessart als eine wunderbare Maßnahme.
Größere Biotope wie Steinbiotop, Feuchtwiesen und Fließgewässer wurden von klassenübergreifenden Schülerteams der fünften bis achten Klasse untersucht. Verschiedene Arbeitsmittel wie Bestimmungsbücher, Lupen, Fotoapparat, Eimer, Kescher, Siebe und andere Arbeitsutensilien wurden benützt.
Damit wurden unter anderem die verschiedenen Pflanzenarten auf abgegrenzten Weiden- und Feuchtwiesenstücken bestimmt und gezählt. Kleine Wasserlebewesen wurden sorgfältig aus dem Bach gekeschert, bestimmt und ihre Anzahl geschätzt, um die Gewässergüte festlegen zu können. Zur Freude der Naturführer des regionalen Naturschutzbundes „Naturpark Spessart“ waren die Schüler unermüdlich damit beschäftigt, weitere Wassertierchen kennen zu lernen. Eine andere Projektgruppe befasste sich mit der Gewässerpflege, sie suchten mit dem Ökotest-Koffer ausgerüstet nach Phosphaten, Nitraten, Nitriten etc. und sammelten Müll aus dem schulnahen Bach. Auch die Grundschüler führen solche „Teichreinigungen“ immer wieder durch und entfernen beispielsweis Algenteppiche.
In jedem Projekt nützen wir die Möglichkeit mit Betrieben in der Umgebung zusammenzuarbeiten, dem Kredenbacher Hof und dem Gnadenhof „Heimat für Tiere“. Dieses Mal organisierte ein achtköpfiges Schülerteam mit ihrem Betreuer eine Schülerfirma, um Geld für Tierpatenschaften zu sammeln. Sie konnten einen Scheck für zwei Damwildtiere für die ganzjährige Verpflegung am Gnadenhof überreichen. Die ganze Schulfamilie war stolz darauf. Bei diesen Aktivitäten erlernen die Kinder wichtige Schlüsselqualifikationen für ihr Berufsleben. Ebenso wurde der Kontakt mit unseren Patenschulen in Kenia und Kamerun weitergepflegt, indem eine Schülergruppe Steckbriefe über selbst ausgewählte Patentiere am Gnadenhof für die Patenschüler schrieben. Mit großer Freude und Mitgefühl werden jedes Mal die Antworten der Patenschulen aufgenommen. Da die Projektergebnisse bei den Schulfesten vorgestellt werden, können auch Eltern und ihre Bekannten Plakate, Vorführungen und Schülerfirmen bei der Arbeit erleben. Über Artikel in der regionalen Presse wurden diese niveauvollen Schüleraktivitäten einem größeren Publikum vorgestellt.
Das Schülerteam der Projektgruppe „Entenhaus“ verankert ihr Werkstück im Teich.