Mainpost, 11.10.2011
ESSELBACH
Als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet
Esselbacher Privatschule „Lern mit mir“

(hr) Bayerische Schulen sind Denkwerkstätten der Umweltbildung. Das betonte Umweltminister Markus Söder bei der Verleihung der Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ an 56 fränkische Schulen. Darunter war auch die Privatschule „Lern mit mir“ aus Esselbach.

Die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ erhalten Schulen, die selbst entwickelte Projekte zu Themen wie biologische Vielfalt, Klima- oder Umweltschutz und Nachhaltigkeit durchführen. Die Auszeichnung „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule“ ist eine Ausschreibung der Europäischen Umweltbildungsstiftung.

An der Esselbacher Privatschule wurde das komplexe Thema Klimawandel und Klimaschutz kindgemäß und handlungsorientiert bearbeitet in klassenübergreifenden Kleingruppen. Dabei sollten die Schüler praktische Wege zum Klimaschutz für jedermann kennenlernen und deren Durchführung ausprobieren können. Klimawandel an regionalen Beispielen wurden ihnen aufgezeigt an Naturschutzgebieten im Spessart. Ein besonderes Highlight war die Dokumentation der Klasse M9 anlässlich des bundesweiten Wettbewerbs zur politischen Bildung. Die Schüler erklärten, warum es aus Klimaschutzgründen sinnvoll ist, den Fleischkonsum zu reduzieren, und stellten Alternativen wie fleischfreie Wochentage („Veggie Day“) vor.

Handlungsfeld Biodiversität: Die Kinder und Jugendlichen von der 1. bis zur 10. Klasse können durch das Erkunden der verschiedenen Lebensräume Tiere und Pflanzen in ihrer heimischen Umgebung kennen, pflegen und schätzen lernen.

„Für Umweltschutz gibt es kein Mindestalter. Die kreativen Vorschläge der Schülerinnen und Schüler zeugen von großem Erfindergeist - das brauchen wir für die Energiewende“, so der Umweltminister.

Weitere 71 südbayerische und oberpfälzische Schulen werden Anfang November in München ausgezeichnet. Insgesamt 127 Schulen erhalten somit im Schuljahr 2011/2012 die Auszeichnung.


Auszeichnung „Umweltschule in Europa 2010“

Staatsminister Dr. Markus Söder zeichnete am 8. November 2010 in Nürnberg die Privatschule LERN MIT MIR im Universellen Leben als „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2009/2010“ aus. Die Esselbacher Schule, die ihr Umweltengagement aus der Lehre des Jesus von Nazareth ableitet, wurde bereits das vierte Jahr in Folge prämiert. Mit ihren Wettbewerbsbeiträgen zum Thema „Biodiversität“ sowie zum Landesthema „Klimawandel und Klimaschutz“ erreichte sie die höchste Kategorie mit drei Sternen.
Schulleiter Christopher Preuß und eine Abordnung von Schülern bekamen von Umweltminister Dr. Söder und von Klaus Hübner vom Landesbund für Vogelschutz die Umwelt-Fahne, eine Urkunde und einen Briefstempel „Umweltschule in Europa 2010“ überreicht.

Am nächsten Tag kamen alle Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse zu einer kleinen Feier in der Eingangshalle zusammen, um die neue Umwelt-Fahne aufzuhängen. Die Schülervertreter, die in Nürnberg dabei gewesen waren, berichteten der Schulgemeinschaft von der Auszeichnung durch den Umweltminister.

Projekte: Klimaschutz und Biodiversität

Um die Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“ zu erhalten, muss eine Schule zwei Projekte zum Thema Umwelt oder Nachhaltigkeit bearbeiten, dokumentieren und einer Jury aus Vertretern des Umweltministeriums, des Kultusministeriums, der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen und des Landesbund für Vogelschutz vorstellen.
Die Mädchen und Jungen der Privatschule LERN MIT MIR im Universellen Leben informierten sich in einer klassenübergreifenden Projektwoche und in mehreren Klassenprojekten über die Ursachen und Folgen des Klimawandels, aber auch darüber, was jeder einzelne zum Klimaschutz beitragen kann. Die Neuntklässler stellten mit einer Dokumentation zum Thema Klimaschutz dar, dass jeder einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, indem er den Fleischkonsum einschränkt oder Vegetarier wird.
Zum Thema „Biodiversität“, also Artenvielfalt, errichtete eine Schülergruppe ein Steinbiotop. Andere Schülerteams erkundeten Biotope wie Hecken, Feuchtwiesen und naturnahe Bachläufe. Besonders beliebt waren das Biberprojekt und die Untersuchungen des Heinrichsbachs auf seine Gewässergüte. Auf einem Gnadenhof half eine Schülergruppe bei der Versorgung der Damwildherde. Die ganze Schule erwirtschaftete durch anerkannte Schülerfirmen und durch den Verkauf von selbst gemachten Plätzchen und Schmuckgegenständen für die zwei Paten-Tiere aus dieser Herde zudem die Verpflegung für ein ganzes Jahr.