Die Zeiten ändern sich
„Das war wie eine Oscar-Verleihung!“ Ein wenig stolz sind sie schon, die Mädchen und Jungen der 8.Klasse der Privatschule „Lern Mit Mir“ in Esselbach, die mit ihrem Film „Les Temps changent (Die Zeiten ändern sich)“ einen Preis beim Jungfilmer Wettbewerb „Klappe 08“ erhielten. Die festliche Verleihung und die Uraufführung fand auf großer Kinoleinwand im Cineworld im Mainfrankenpark statt.
Thema ihres Films ist der Klimawandel, ein Thema, das die Schüler in diesem Schuljahr sehr beschäftigte. Die Schüler sind betroffen über die immensen Auswirkungen, mit denen gerade sie als Jugendliche in naher Zukunft konfrontiert sein werden. Bei ihrer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema stellten sie fest, dass eine der Hauptursachen für den Klimawandel der große und weiter zunehmende Fleischkonsum und damit einhergehend die Massentierhaltung ist. „Diese Tatsache“, so Deborah, 13 Jahre, „wird in den Medien jedoch kaum als Ursache genannt, nicht einmal in dem Film von Al Gore ‚Die unbequeme Wahrheit’“. So entstand die Idee zu ihrem Film. Im Unterricht hatten die Schüler Powerpoint-Präsentationen erstellt und wählten daraus die besten Ergebnisse für den Auftakt des Films. In drastischen Bildern und mit eindrücklichen Fakten werden bereits vorhandene Veränderungen unseres Planeten und deren Ursachen geschildert: Ob es die Tatsache ist, dass für einen Hamburger 5 Quadratmeter Regenwald gerodet werden, dass Mist und Gülle aus der Massentierhaltung für 80 % des sauren Regens und das Waldsterben verantwortlich sind oder, dass der CO²-Ausstoß, der durch die Massentierhaltung verursacht wird, sogar höher ist als der des ganzen weltweiten Verkehrs zusammen.
„Für die Erde steht es bereits mehr als 5 nach 12“, ist Simeon (14 Jahre) überzeugt, der für Schnitt und Kamera zuständig war. Er entwarf auch das Titelbild des Films, eine Uhr vor einem Globus, deren Zeiger bereits „6 nach 12“ anzeigen.
Der Film erzählt die Geschichte von Billy und Kathi. Nach dem Unterricht, in dem es gerade um das Thema „Klimawandel“ ging und einer sich anschließenden Diskussion darüber im Pausenhof machen sich die beiden auf den Nachhauseweg. Kathis Oma hat Geburtstag und so will Kathi für das Essen sorgen, für ein Lammragout, Omas Lieblingsessen, natürlich vom Schäfer direkt und frisch zubereitet. Da sie aber selbst keine Zeit hat, es zu holen, schickt sie ihren Freund Billy – und stürzt ihn damit in erhebliche Konflikte. Der Metzger des Schäfers ist nämlich verhindert und Billy soll das Schäfchen selbst schlachten. Doch er bringt es nicht übers Herz, genauso wenig wie seine Freunde, die er um Hilfe ruft. So bleibt ihm nur der Gang zur Fleischtheke im Supermarkt. Beim Anblick des Fleisches muss er jedoch an das Lämmchen und dessen Blick denken, als er ihm das Messer an die Kehle setzen wollte. Da fällt sein Blick auf vegetarisches „Fleisch“. Der unwissenden Festgesellschaft - einschließlich der Oma - schmeckt dies vorzüglich. Am Ende des Films sieht man das springlebendige Lämmchen zusammen mit seiner Herde vergnügt durch das Bild rennen. Zuallerletzt lassen die Schüler in ihrem Film dann noch Albert Einstein frech die Zunge herausstrecken und zitieren ihn: „Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung“.
„Mit dem Film wollen wir zum Nachdenken anregen“, sagt Visnja (14 Jahre). „Fleisch zu essen heißt auch immer, dass ein Tier dafür getötet werden muss, ganz abgesehen von den Auswirkungen der Massentierhaltung auf unseren Planeten oder auch auf unsere Gesundheit.“ Joshua, 14 Jahre alt, ergänzt: „Weniger oder gar kein Fleisch mehr zu essen, hat aber bisher noch niemanden geschadet – im Gegenteil!“
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Im Juli 2008 war die Ehrung der besten Filme








